Sowohl nichtmedikamentöse Interventionen als auch geeignete alltägliche Aktivitäten stehen im Zentrum der Betreuung von Menschen mit Alzheimer oder einer Demenzerkrankung. Solche Massnahmen tragen zum Wohlbefinden der erkrankten Person bei und ermöglichen, dass die Selbstständigkeit möglichst lange erhalten bleibt. Sie wirken sich positiv auf ihre Stimmung und ihr Verhalten aus. Sie sind Teil einer ganzheitlichen Betreuung, beugen Verhaltensstörungen vor und begleiten sie zusätzlich zur medikamentösen Behandlung.

Diese Interventionen unterstützen auch die Angehörigen und professionellen Pflegeteams bei der Betreuung von Menschen mit Alzheimer oder einer Demenzerkrankung.

Medizinische Therapien werden vom Arzt verschrieben, wenn die erkrankte Person noch zu Hause lebt. Sie werden von der Grundversicherung der Krankenkasse erstattet. Es handelt sich dabei um Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Psychotherapie und Neuropsychologie.

Die Ergotherapie ist für kranke Menschen von Beginn der Krankheit an eine grosse Unterstützung. Sie hilft ihnen, ihre täglichen Aktivitäten fortzusetzen. Das Ziel ist die Fähigkeiten der Person wertzuschätzen und damit ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Dabei werden Beschäftigungen und auch das Umfeld angepasst. Dadurch trägt sie dazu bei, die Selbstständigkeit und die Lebensqualität des Kranken zu verbessern. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten arbeiten am Wohnort der erkrankten Person und arbeiten in enger Partnerschaft mit den pflegenden Angehörigen und anderen beteiligten Gesundheitsfachkräften zusammen. Ergotherapie greift in allen Bereichen des Alltags ein: Hygiene/Kleidung, Kochen/Essen, Freizeit, zeitliche und/oder räumliche Orientierung usw.

Die Logopädie verbessert vor allem im Anfangsstadium der Krankheit die Kommunikationsfähigkeiten bei Aphasie, (Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens). Treten im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit Schluckstörungen auf, kann Logopädie helfen, die Nahrungsaufnahme zu erleichtern.

Andere Ansätze mit therapeutischer Zielsetzung

Es gibt zahlreiche Ansätze, die zwar nicht zur klassischen Medizin gehören, aber auf einer Fachausbildung und einem methodischen Ansatz basieren, wie die Musik- und Kunsttherapie. Sie werden hauptsächlich in spezialisierten Einrichtungen angeboten. Sie lindern Verhaltensstörungen, fördern Sozialkontakte, erhalten die Selbständigkeit und helfen den Betroffenen, selbstbestimmt zu entscheiden. Nichtmedikamentöse Therapien verbessern das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Diese Ansätze können als Einzelsitzung oder in der Gruppe erfolgen.

Kunsttherapie setzt künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten ein wie Malen, Gestalten von Gegenständen, Tanzen oder kreativen Tätigkeiten mit Farben, Formen oder Worten. Ziel ist, die Kommunikation und Selbstwahrnehmung zu fördern. Die Kunsttherapie stärkt die kognitiven, sensorischen und motorischen Funktionen der Person sowie mildert mit Demenzerkrankungen verbundene Ängste. Sie wirkt positiv bei Verhaltensstörungen und hilft der demenzkrankten Person, ihre Gefühle mitzuteilen.

Musiktherapie nutzt vielfältige Formen von Musik. So können Elemente wie Ton, Rhythmus, Stimme, Musikinstrumente oder auch Stille die Kommunikation fördern oder dabei helfen, beispielsweise ein neues Lied zu lernen. Sie fördert soziale Kontakte und erreicht auch Menschen, die sich nur noch schwer sprachlich ausdrücken können. Musiktherapie hilft Demenzerkrankten, die ihre Gefühle nicht mehr in Worte fassen können, einen andern Ausdruck zu finden für ihre Ängste und andere Verstimmungen.

Montessori-basiertes Demenzprogramm ist eine Methode für Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium. Ziel ist, ihnen aus einer Auswahl die geeigneten Aktivitäten anzubieten, sie zum Mitmachen anzuregen, und ihre noch vorhandenen Fähigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Therapeutin oder der Therapeut begleitet die Person, schafft ein anregendes Umfeld und wählt Aktivitäten, die ihr Interesse ansprechen, sie zur Beteiligung am Gemeinschaftsleben bewegen und damit ihre Autonomie fördern. Würde, Respekt und ein Umgang auf Augenhöhe stehen im Zentrum der Methode.

Gut zu wissen: Je früher die nichtmedikamentöse Intervention einsetzt, desto besser greift sie.

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